D&O-Versicherungen

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D&O-Versicherungen - Tarifdetails

 

Versicherungskonzept

Die D&O-Versicherung dient der Absicherung des persönlichen Haftungsrisikos von Unternehmensleitern und Mitgliedern von Aufsichtsorganen wegen Vermögensschäden des Unternehmens.

Geschützt wird dabei das private Vermögen der versicherten Personen, das sonst zur Regulierung von Haftpflichtansprüchen herangezogen werden müsste.

 

Zielgruppe

Zielgruppe der D&O-Versicherung sind Unternehmensleiter und Aufsichtsorgane von juristischen Personen. Relevant sind hierbei Gesellschaften / Organisationen aus allen Branchen und allen Größen.

 
Kapitalgesellschaften (GmbH, AG, GmbH & Co. KG etc.)
Öffentlich-Rechtliche Körperschaften (Innungen/Kammern, KHW, Zweckverbände etc.)
Firmengruppen
Personen-Gesellschaften z.B. als Holding einer Firmengruppe

Deckung gemäß D&O AVB-Gothaer 2014

Versicherungsnehmer ist i.d.R. die Gesellschaft bzw. die Firmengruppe. Die Rechte aus der D&O-Versicherung stehen den Mitgliedern der Unternehmensleitung und der Aufsichtsorgane, d.h. den versicherten Personen zu.
Versichert sind Haftpflichtansprüche der eigenen Gesellschaft (Innen-Haftung) und Ansprüche Dritter, z.B. Banken, Lieferanten, Aktionäre etc (Außen-Haftung).
Neben privatrechtlichen sind auch öffentlich-rechtliche Haftpflichtansprüche (z.B. wegen Steuern und Sozialabgaben) versichert.
Weltweite Deckung ist möglich; dies gilt auch für ein evtl. US-Risiko.
Grundsätzlich gilt unbegrenzte Rückwärtsdeckung für - nicht bekannte - Pflichtverletzungen vor Vertragsbeginn und eine automatische Nachmeldefrist von Schäden nach Vertragsablauf (bis zu 5 Jahren).
Meist ist eine maßgeschneiderte Deckung mit Sonderklauseln erforderlich, z.B. für Gesellschafter-Geschäftsführer.

Regulierungs- und Rechtsschutzfunktion

Da es sich um eine Haftpflicht-Police handelt, ist -zusätzlich zur Regulierung von Schäden- auch die Rechtsschutzfunktion versichert. Der Versicherungsschutz beginnt, wenn gegen eine versicherte Person der Vorwurf einer Pflichtverletzung erhoben und ein Haftpflichtanspruch wegen eines Vermögensschadens geltend gemacht wird.

 

Annahmerichtlinien

Nicht alle juristischen Personen sind versicherbar. Als Vorbedingung für eine Versicherbarkeit sollten juristische Personen vor allem aufgrund einer soliden wirtschaftlichen Gesamtverfassung die Gewähr für längerfristiges, ertragreiches Bestehen bieten und darüber hinaus die folgenden Bedingungen erfüllen:

 
Rechtsform des VN ist die einer juristischen Person, d.h. einer Stiftung, einer Körperschaft des öffentl. Rechts, einer Genossenschaft, einer AG , einer GmbH oder GmbH & Co.KG

Argumentationshilfe: Tendenz zur Verschärfung der persönlichen Haftung in Gesetzgebung und Rechtsprechung

Gesetz zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich von 1998 (KonTraG) und die neue Insolvenz-Ordnung von 1999 (InsO)
Haftung des GmbH-Geschäftsführers wegen Verletzung der Konkurs- Beantragungspflicht auf Ausgleich des vollen Schadens des ''Neugläubigers'', BGH-Urteil vom 06.06.1994 (BGH NJW 1994, 2220 ff.)
Verpflichtung des Aufsichtsrats zur Prüfung und Geltendmachung von evtl. Haftpflichtansprüchen gegen Vorstandsmitglieder, BGH-Urteil vom 21.04.1997 (BGH, NJW 1997, 1926 ff. - ARAG-Fall)
Haftung des Vorsitzenden für steuerliche Verbindlichkeiten des Vereins - auch bei ehrenamtlicher Tätigkeit -, BFH-Urteil vom 23.06.1998 (BFH, DStR 1998, 1423 ff.)
Wegfall der kurzen Verjährungsfrist von fünf Jahren (§§ 43 GmbHG, 93 AktG) und Verlängerung auf 30 Jahre für Gesellschafter-Geschäftsführer, BGH-Urteil vom 14.09.1998 (BGH, DStR 1999, 249 ff.) Durch das Inkrafttreten der Schuldrechtsreform zum 01.01.2002 ist die sog. ''Regelfrist'' hinsichtlich der Verjährung gesetzlich von 30 auf zehn Jahre verkürzt worden. Daher ist nunmehr von einer zehnjährigen Verjährungsfrist für Gesellschafter-Geschäftsführer auszugehen.)
Nichtbeantragung von Kurzarbeit als Pflichtverletzung, § 43 GmbHG - Bestätigung der ständigen BGH-Rechtsprechung zur Beweislast-Umkehr zu Lasten des GmbH-Geschäftsführers analog AG-Vorstand, BGH-Urteil vom 04.11.2002 (BGH DStR 2003, 124 ff.)
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